Die Power von positivem Feedback

Die Power von positivem Feedback
5 (100%) 2 votes

In den meisten Unternehmen gibt es noch ein ziemlich großes Potential, was positives Feedback angeht. Selbst die Führungskräfte, die eigentlich wissen, dass “Nicht geschimpft ist genug gelobt” nicht ausreicht, tun sich oft schwer in der Umsetzung. Positives Feedback ist eines der ersten Dinge, das im Alltagsstress untergeht. Dabei kostet es nicht viel Zeit, ist nicht schwierig und hat unglaubliche Effekte.

1. Ein Beziehungsboost

Positives Feedback verbessert und stärkt die Beziehung zwischen MitarbeiterIn und Führungskraft! Für das Gefühl, gesehen zu werden, erbringen MitarbeiterInnen Höchstleistungen. Wenn diese Form von ehrlicher Anerkennung und Wertschätzung von der eigenen Führungskraft kommt, fördert dies Loyalität, Engagement und Vertrauen.

2. Positives Feedback verhindert, dass wünschenswertes Verhalten mitgeändert wird

Wenn MitarbeiterInnen nur negatives Feedback erhalten, kann es passieren, dass beim Versuch diese unterwünschten Verhaltensweisen zu verändern, auch positive Verhaltensweisen mitgeändert werden. Wer sich zu sehr auf die eigenen Schwächen konzentriert und versucht, diese auszugleichen, erreicht oft nur, dass die eigenen Stärken langsam verkümmern.
Ein Beispiel aus meiner Arbeit: Ein äußerst gewissenhafter und genauer Mitarbeiter erhielt die Rückmeldung, er sollte doch gelassener sein und nicht alles so genau durchüberlegen. Als er versucht hat, das umzusetzen, bekam er die Rückmeldung, ihm seien Fehler passiert und das sei nicht in Ordnung. Der Mitarbeiter wurde immer frustrierter, die Leistung nahm ab und die Beziehung zur Führungskraft war auch belastet. Im Zuge einer Mediation zwischen Mitarbeiter und Führungskraft hat sich dann herausgestellt, dass die Stärke des Mitarbeiters – äußerst genau zu arbeiten – in vielen Bereichen sehr geschätzt und auch notwendig war. Der Rückmeldung zur Gelassenheit gab die Führungskraft, da sie sich mehr Produktivität bei “unkritischen” Aktivitäten, wie zB internen e-Mails oder Besprechungen wünschte.

3. Gut für die Entwicklung

Nicht jeder weiß, worin er gut ist. Feedback soll blinde Flecken reduzieren und dies betrifft sowohl Schwächen als auch Stärken. Durch positives Feedback hat der/die MitarbeiterIn die Möglichkeit, die eigenen Stärken zu entwickeln und zu fördern. Stärken zu stärken bringt oft mehr Erfolg als der Versuch, Schwächen auszugleichen.

4. Personalentwickung – leicht(er) gemacht

Wenn es ein klares Bild der Schwächen UND Stärken der MitarbeiterInnen gibt, können Entwicklungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Schulungen, adäquat ausgewählt werden.

5. Große Wirkung zum kleinen Preis

Soziale Anerkennung und Zugehörigkeit waren früher überlebenswichtig. Auch heute noch stellt Anerkennung einen großen – wenn nicht den größten – Motivationsfaktor dar. Es geht dabei nicht darum, ständig für alles gelobt zu werden. Es geht darum, die Arbeit der MitarbeiterInnen zur Kenntnis zu nehmen, ihnen zu sagen, was sie hervorragend machen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln. Da bewirkt das Lob “Der Bericht war gut.” nicht so viel wie das Feedback “Der Aufbau des Berichts war wirklich super. Die Beispiele aus dem Unternehmen waren sehr spannend für mich, lass die auf jeden Fall drinnen. Was den Bericht aus meiner Sicht noch besser machen würde, sind Diagramme, da sich so die Werte leichter vergleichen lassen.”.

Positives Feedback kostet kein Geld, nur wenig Zeit und bei regelmäßiger Anwendung benötigt man kaum eine Vorbereitung. Eigentlich die perfekte Kombination, oder?

6. Auch mit kritischen Rückmeldungen Gehör finden

Negatives Feedback wird deutlich besser von MitarbeiterInnen akzeptiert, wenn es auch ausreichend ehrliches (!), positives Feedback gibt. Wenn MitarbeiterInnen ausschließlich negatives Feedback erhalten, steigt die Wahrscheinlichkeit von starken negativen Emotionen, wie Angst oder Wut. Diese negativen Emotionen führen zu einem Tunnelblick. Der/die MitarbeiterIn beginnt, sich zu verteidigen oder die Führungskraft anzugreifen und hört nicht mehr zu.

Wenn MitarbeiterInnen hören, worin sie gut sind, wofür sie geschätzt werden, sind sie auch offener für Verbesserungsvorschläge und sind auch in der Lage, kreative Lösungen zu finden.

Ausreichend positives Feedback bedeutet nicht, dass es in einem Gespräch nicht auch mal ausschließlich kritische Rückmeldungen geben kann, sondern dass über die Arbeitsbeziehung hinweg auch die positiven Aspekte regelmäßig angesprochen werden.

7. Aufgabenzuteilung leicht(er) gemacht

Wenn Sie sich als Führungskraft die Stärken Ihrer MitarbeiterInnen bewusst machen, fällt Ihnen die Aufgabenzuteilung auch viel leichter! Stärken Sie die Stärken Ihrer MitarbeiterInnen, vermeiden Sie Frustrationen und erhöhen Sie langfristig die Erfolge Ihrer Abteilung!

8. Gesundheit stärken

In Zeiten, in den psychische Krankheiten und die damit verbundenen Kosten immer weiter zunehmen, ist Feedback ein unerlässliches Tool für Unternehmen. Feedback stärkt soziale, personale sowie organisationale Ressourcen. Dadurch werden Fehlbelastungen reduziert und die Gesundheit gestärkt. Nyberg et al. fanden einen Zusammenhang zwischen Feedback und einem geringeren Risiko für koronare Herzerkrankungen bei MitarbeiterInnen. Wenn man bedenkt, dass diese laut WHO die häufigste Todesursache weltweit sind, lohnt es sich, hier Maßnahmen zu setzen.

Elisabeth Krüger

Als Arbeitspsychologin und Mediatorin unterstütze ich Sie dabei, Ihre Ziele mit Freude zu erreichen und Ihr Potential zu entdecken!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.