Vorteile von Konflikten: Wie Auseinandersetzungen ein Unternehmen weiterbringen

 

Konflikte werden in Unternehmen oft als mühsam erlebt. Doch Auseinandersetzungen bieten überraschend viele Chancen und Möglichkeiten für Unternehmen, wenn sie gut bearbeitet werden. Ein Unternehmen, das über eine entsprechende Konfliktkultur verfügt, kann die Vorteile von Konflikten für sich nutzen und sich weiterentwickeln.

 

Ohne Konflikt gibt es keine Veränderung

Vorteile von Konflikten in UnternehmenProjektverantwortliche von Change Management-Projekten haben diese Erfahrung sicher schon gemacht. Für jede Weiterentwicklung des Unternehmens, für jede Veränderung müssen Personen, die das alte System bewahren möchten und Personen, die eine Änderung einführen möchten, aufeinandertreffen. Wenn dieser Konflikt konstruktiv und kompetent ausgetragen wird, haben Sie ein gut durchdachtes, erfolgreiches Projekt, das von den MitarbeiterInnen unterstützt wird.

 

Konflikte stellen sicher, dass alle wichtigen Aspekte bedacht werden

Wenn unterschiedliche Sichtweisen in Projekte eingebracht und ausdiskutiert werden können, gehen Sie sicher, dass Sie nichts Relevantes vergessen und vermeiden böse Überraschungen bei der Umsetzung. Auch wenn es mühsam erscheinen mag, stecken Sie lieber ein bisschen mehr Zeit in die Anfangsdiskussionen. So müssen Sie bei der Umsetzung nicht ständig den Kurs korrigieren. Außerdem gehen Sie so sicher, dass Sie alle mit an Bord haben. Für MitarbeiterInnen ist es nämlich wichtig, dass sie gehört und Ernst genommen wurden. Dies trifft auch dann zu, wenn ihre Vorschläge nicht umgesetzt werden.

 

Konflikte fördern kreative Ideen und Lösungen

Vorteile von Konflikten in UnternehmenDas lässt sich beispielsweise gut beobachten, wenn unterschiedliche Abteilungen plötzlich gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Anfangs wollen beide Abteilungen alles so machen, wie sie es gewohnt sind. Eine Abteilung hält Weg A für den besten, die andere Weg B. Wenn die beiden Teams es schaffen, sich nicht in einem Machtkampf zu verlieren, entwickeln sie oft eine dritte Möglichkeit, Weg C. Dieser besteht aus den besten Aspekten von Weg A und Weg B bzw. neuen Aspekten, die keine der beiden Abteilungen alleine eingefallen wären. Diese Erfahrungen werden dann auch in die einzelnen Abteilungen übertragen, wodurch deren Prozesse verbessert werden.

 

Durch Konflikte können Probleme besprochen und geklärt werden

Oftmals brodeln Probleme lange unterschwellig dahin. Keiner will etwas sagen, um die (vermeintliche) Harmonie nicht zu stören und irgendwann explodiert dann jemand oder es eskaliert anderweitig (z.B. hohe Fluktuation, Krankenstände, Verlust von Aufträgen etc.). Auch wenn es wünschenswerter wäre, die MitarbeiterInnen wären in der Lage, frühzeitig die Probleme anzusprechen, ist eine Explosion nicht ausschließlich negativ. Sie gibt den Beteiligten die Möglichkeit, endlich anzusprechen, was sie stört und damit die Probleme aus der Welt zu schaffen.

 

Konflikte schaffen Klarheit

Durch Konflikte kann geklärt werden, welche Interessen und Positionen von den einzelnen Personen vertreten werden. Dadurch werden Spekulationen und Gerüchte verringert.

Wenn ein Konflikte offen ausgetragen wird, gibt dies Sicherheit, da Sie sich keine Sorgen machen müssen, dass hinter Ihrem Rücken schlecht über Sie geredet wird.

 

Konflikte sind Warnhinweise

Wenn Sie sie frühzeitig wahrnehmen und bearbeiten, sind Konflikte Warnhinweise für problematische Situationen und Strukturen im Unternehmen. Wenn Sie beispielsweise feststellen, dass Konflikte aufgrund fehlender Informationen entstehen, können Sie entgegenwirken und den Informationsfluss verbessern. Dadurch reduzieren Sie die Konflikte, steigern die Zufriedenheit der MitarbeiterInnen und entwickeln das Unternehmen weiter. Sie stehen also nach dem Konflikt besser da als vorher.

 

Ohne Konflikte kein Teamentwicklung

Vorteile von Konflikten in UnternehmenTeams brauchen eine Konfliktphase, um wirklich herauszufinden, wie sie als Team funktionieren können und welche Rolle die einzelnen Teammitglieder haben. Ohne Konflikte bleiben die Teammitglieder auf einer oberflächlichen, höflichen Ebene, um keine Probleme miteinander zu haben. Dies führt aber dazu, dass die oben genannten Vorteile von Konflikten nicht genutzt werden. So hört zum Beispiel jemand bei einem Projektvorschlag keinen Widerspruch, auch wenn andere Teammitglieder bereits sehen, dass das vorgeschlagene Vorgehen zum Scheitern verurteilt ist.

 

Fazit

“Ein gewisses Niveau an Konflikten ist optimal für das Organisationsleben” (Weinert & Euler, 2004). Ob ein Konflikt positive oder negative Folgen für ein Unternehmen und dessen MitarbeiterInnen hat, hängt davon ab, wie er bearbeitet wird.

Eine wichtige Rolle hierbei spielen die Führungskräfte und die Unternehmenskultur. In Unternehmen, in denen Konflikte und Konfliktmanagement ein Tabuthema ist, werden Konflikte so lange ignoriert, bis sie eskalieren und sich negativ auswirken. In sogenannten kalten Konfliktkulturen wird der Konflikt verdeckt ausgetragen, beispielsweise durch kontraproduktives Verhalten. Einen Guide für Führungskräfte für den Umgang mit Konflikten finden Sie hier.

In Unternehmen, die über ein Konfliktmanagementsystem verfügen und in denen Konflikte offen bearbeitet werden, werden Unterschiede produktiv genutzt, Krankenstände und Fehlerraten reduziert und die MitarbeiterInnenzufriedenheit erhöht.

 

Quellen:

Weinert & Euler (2004). Organisations- und Personalpsychologie, S. 679.

 

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